Am 17. Juni 1953 gingen in der gesamten DDR eine Million Menschen auf
die Straße, um gegen die dort herrschende kommunistische Diktatur zu
demonstrieren. Sowjetische Panzer retteten damals das SED-Regime. 60
Jahre nach diesem Ereignis zeigt nun der Kreis Borken im Kreishaus an
der Burloer Straße 93 eine Ausstellung zur Geschichte dieses
Volksaufstandes. In der Zeit vom 17. Juni bis 19. Juli 2013 ist sie dort
im Foyer unter dem Titel "Wir wollen freie Menschen sein!" während der
allgemeinen Öffnungszeiten montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr und
freitags 8 bis 16 Uhr zu sehen. Besonders interessant ist die
Ausstellung auch für Oberstufenklassen weiterführender Schulen. Die
Kreisverwaltung bietet daher mit Unterstützung eines Pädagogen
kostenlose Führungen an. Entsprechende Anfragen sind zu richten an den
Kreis Borken, Pressestelle, Telefon: 02861/82-2105,
b.oste@kreis-borken.de.
Landrat Dr. Kai Zwicker hofft, dass möglichst viele Bürgerinnen und
Bürger aller Generationen die Gelegenheit nutzen, sich so über die
damaligen Ereignisse zu informieren. Zwanzig großformatige Plakate
erläutern die Geschichte des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953. In
jenen Tagen demonstrierten die Menschen in mehr als 700 Städten und
Gemeinden der DDR. Was als sozialer Protest begann, entwickelte sich
rasch zur politischen Manifestation. Der massenhafte Ruf nach Freiheit,
Demokratie und deutscher Einheit ließ die SED-Diktatur faktisch
kapitulieren. Es waren sowjetische Panzer, die den Aufstand daraufhin
alsbald im Keim erstickten.
Die Ausstellung, die von der "Bundesstiftung zur Aufarbeitung der
SED-Diktatur" in Auftrag gegeben wurde, schildert zunächst die
Vorgeschichte des Aufstandes. Sie zeigt, wie der Protest Berliner
Bauarbeiter zum Auslöser republikweiter Massendemonstrationen wurde.
Beispiele aus unterschiedlichen Regionen der DDR belegen die Ereignisse.
Weitere Plakate widmen sich dann der Niederschlagung des Aufstandes und
seiner Opfer. Ausführlich werden schließlich auch die Folgen der
Erhebung für die SED-Diktatur, die Reaktionen des Westens sowie die
Erinnerung an den Aufstand von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart
beschrieben.
Autor der Ausstellungstexte ist der renommierte Historiker und Publizist
Dr. Stefan Wolle. Für die Ausstellung wählte er 130 Fotos und Dokumente
aus 25 Archiven aus. Neben Fotos, die in das öffentliche Gedächtnis
eingegangen sind, präsentiert die Schau auch weithin unbekannte Bilder
aus allen Teilen der einstigen DDR. Die Austellung gestaltete der
Leipziger Grafiker Dr. Thomas Klemm.
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Ausstellungsthema ganz allgemein gibt es im Internet unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de.